Inga Gehricke: Wer ist sie und was ist bekannt?

Inga Gehricke

Inga Gehricke: Wer ist sie und was ist bekannt?

Inga Gehricke ist ein Name, der seit mehr als elf Jahren mit einem der bekanntesten ungelösten Vermisstenfälle Deutschlands verbunden ist. Das damals fünfjährige Mädchen verschwand am 2. Mai 2015 während eines Familienbesuchs auf dem Wilhelmshof bei Stendal in Sachsen-Anhalt. Trotz umfangreicher Suchaktionen, zahlreicher Hinweise und jahrelanger Ermittlungen fehlt bis heute jede gesicherte Spur zu ihrem Aufenthaltsort.

Der Fall ist auch 2026 nicht abgeschlossen. Seit Frühjahr 2023 arbeitet eine Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Halle (Saale) den Fall als sogenannten Cold Case erneut auf. Im Mai 2026 wurde die Öffentlichkeitsfahndung gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt ausgeweitet. Ende Juli 2026 wurde der Fall zudem in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt. Danach gingen erneut zahlreiche Hinweise bei den Ermittlern ein.

Dieser Artikel erklärt, wer Inga Gehricke ist, was am Tag ihres Verschwindens geschah, welche Ermittlungsansätze bekannt sind und warum der Fall bis heute ungelöst bleibt.

Das Wichtigste über Inga Gehricke

  • Inga Gehricke wurde am 18. August 2009 geboren.
  • Sie verschwand am 2. Mai 2015 im Alter von fünf Jahren auf dem Wilhelmshof bei Stendal.
  • Ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt.
  • Die Ermittlungen wurden 2023 von der Polizeiinspektion Halle (Saale) neu aufgerollt.
  • Ein Verbrechen kann nach Angaben der Polizei weiterhin nicht ausgeschlossen werden; die genauen Umstände ihres Verschwindens sind ungeklärt.
  • 2026 wurde die Öffentlichkeitsfahndung erneut ausgeweitet. Nach der Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gingen weitere Hinweise ein.

Biografie-Tabelle

MerkmalInformation
Vollständiger NameInga Gehricke
Geburtsdatum18. August 2009
Alter beim Verschwinden5 Jahre
GeburtsortSchönebeck, Sachsen-Anhalt
NationalitätDeutsch
BerufNicht zutreffend; Kind zum Zeitpunkt des Verschwindens
AusbildungNicht zutreffend
Bekannt seit2. Mai 2015 als vermisst
Bekannt fürEinen bis heute ungeklärten Vermisstenfall
Aktueller StatusSeit 2015 vermisst
BelohnungInsgesamt 50.000 Euro für entsprechende Hinweise

Wer ist Inga Gehricke?

Inga Gehricke ist ein deutsches Mädchen aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Sie wurde am 18. August 2009 geboren. Als sie verschwand, war sie fünf Jahre alt und besuchte gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern befreundete Familien auf dem Wilhelmshof im Raum Stendal.

Der Wilhelmshof ist eine diakonische Einrichtung bei Uchtspringe. Das Gelände liegt in einer ländlichen und teilweise bewaldeten Umgebung. Am 2. Mai 2015 wollten die Familien dort gemeinsam Zeit verbringen und ein Abendessen beziehungsweise Grillfest vorbereiten.

Inga war zu diesem Zeitpunkt ein fünfjähriges Kind und bewegte sich im Umfeld der anwesenden Familien. Gerade deshalb wurde ihr Verschwinden zunächst als kaum vorstellbar wahrgenommen: Sie verschwand innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters, obwohl sich mehrere Menschen in der Nähe befanden.

Was geschah am 2. Mai 2015?

Der entscheidende Tag begann als gemeinsamer Familienbesuch. Während die Erwachsenen das Abendessen vorbereiteten, waren auch mehrere Kinder auf dem Gelände unterwegs.

Nach den heutigen Angaben der Polizei verschwand Inga zwischen etwa 18:40 Uhr und 18:50 Uhr. Zuvor hielt sie sich im Bereich des Wilhelmshofs auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie zuletzt auf dem Gelände gesehen wurde.

Kurz darauf wurde bemerkt, dass das Mädchen nicht mehr auffindbar war. Die Familie und weitere Anwesende suchten zunächst selbst nach ihr. Sehr schnell wurden Polizei und weitere Einsatzkräfte eingeschaltet.

Die ursprüngliche Fahndung war umfangreich. Suchhunde, Hubschrauber und zahlreiche Einsatzkräfte kamen zum Einsatz. Auch das angrenzende Waldgebiet wurde intensiv abgesucht. Trotzdem wurde Inga nicht gefunden.

Das Besondere an dem Fall ist bis heute, dass sich aus den umfangreichen Suchmaßnahmen keine entscheidende Spur ergab, die eindeutig erklären könnte, was mit dem Mädchen geschah.

Wie sah Inga damals aus?

Die Polizei hat ausführliche Angaben zu ihrem damaligen Erscheinungsbild veröffentlicht. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Inga etwa 118 Zentimeter groß. Sie hatte blaue Augen und mittelblondes Haar, das zu Zöpfen geflochten war.

Auch ihre damalige Kleidung ist für die Fahndung von Bedeutung. Zu den öffentlich genannten Merkmalen gehören unter anderem:

  • ein mintgrünes Langarmshirt mit Schmetterlingsmotiv,
  • ein geringeltes Unterhemd mit Pferdemotiv,
  • eine blaue Jeans,
  • eine helle Strumpfhose,
  • pink-, violett- und beerfarbene Schuhe,
  • rosafarbene Haarspangen und neongelbe Haargummis.

Die Polizei veröffentlicht diese Angaben, weil auch nach vielen Jahren Hinweise zu Kleidungsstücken, Beobachtungen oder möglichen Sichtungen für die Ermittlungen relevant sein können.

Warum konnte Inga nicht gefunden werden?

Die Frage, wie ein fünfjähriges Mädchen auf einem vergleichsweise begrenzten Gelände spurlos verschwinden konnte, gehört zu den zentralen Rätseln des Falls.

Unmittelbar nach ihrem Verschwinden wurden große Suchmaßnahmen gestartet. Auch Waldflächen in der Umgebung wurden durchsucht. Dennoch führte die Suche nicht zum Auffinden des Kindes. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Hinweise geprüft und verschiedene Ermittlungsansätze verfolgt.

Wichtig ist dabei: Bis heute ist öffentlich nicht geklärt, was mit Inga geschehen ist. Die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus, hat aber auch keinen öffentlich bestätigten Täter oder eine abschließend bewiesene Ursache des Verschwindens präsentiert.

Deshalb sollte zwischen bestätigten Fakten und Spekulationen unterschieden werden.

Was ist über mögliche Ermittlungsansätze bekannt?

Im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Spuren und Szenarien untersucht. Dazu gehörten Suchaktionen im Gelände und im Wald, die Auswertung von Hinweisen aus der Bevölkerung sowie weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall 2020, als im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu Madeleine McCann auch eine mögliche Verbindung zu dem deutschen Tatverdächtigen Christian Brückner öffentlich diskutiert wurde. Eine solche Verbindung darf jedoch nicht als erwiesene Täterschaft dargestellt werden. Die Ermittler hatten ihn im Zusammenhang mit Ingas Verschwinden geprüft; öffentlich bekannt wurde unter anderem, dass Mobilfunkdaten ihn zur fraglichen Zeit an einem anderen Ort verorteten.

Für die Einordnung des Falls ist daher entscheidend: Es gibt keinen öffentlich bestätigten Nachweis, dass Brückner für das Verschwinden von Inga Gehricke verantwortlich ist.

Warum wurde der Fall 2023 neu aufgerollt?

Ein wichtiger Wendepunkt kam im Frühjahr 2023. Die Polizeiinspektion Halle (Saale) übernahm den Fall und setzte eine Ermittlungs- beziehungsweise Prüfgruppe ein. Der Fall wird im Zusammenhang mit der Gruppe „Cold Case Wald“ bearbeitet.

Ein Cold Case bezeichnet einen Fall, bei dem die Ermittlungen über einen längeren Zeitraum keine ausreichende Aufklärung gebracht haben. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Ermittlungen endgültig beendet sind.

Im Fall Inga Gehricke wurde vielmehr versucht, die bisherigen Erkenntnisse erneut zu bewerten und mögliche ältere Spuren aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob frühere Beobachtungen, Fahrzeuge, Personen oder andere Details möglicherweise eine größere Bedeutung haben, als zunächst angenommen wurde.

Neue Öffentlichkeitsfahndung im Jahr 2026

2026 erhielt der Fall erneut große Aufmerksamkeit.

Im Mai teilte die Polizeiinspektion Halle mit, dass die Öffentlichkeitsfahndung zum elften Jahrestag des Verschwindens ausgeweitet werde. Dafür wurde auch das Bundeskriminalamt eingebunden. Inga wurde in die BKA-Kampagne „Spurlos verschwunden“ aufgenommen.

Für Hinweise, die zum Auffinden von Inga oder zur Klärung ihres Aufenthaltsortes führen, steht eine Gesamtbelohnung von 50.000 Euro im Raum.

Die Polizei setzte außerdem auf neue beziehungsweise bislang nicht öffentlich verbreitete Bilder und eine größere Reichweite der Fahndung.

Was brachte „Aktenzeichen XY … ungelöst“?

Am 29. Juli 2026 wurde der Vermisstenfall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt. Die Polizei hoffte, dadurch Menschen zu erreichen, die sich bislang nicht gemeldet hatten oder einer früheren Beobachtung keine Bedeutung beigemessen hatten.

Die Ausstrahlung brachte tatsächlich neue Reaktionen.

Nach der Sendung gingen laut Polizei zahlreiche Hinweise ein. Darunter befanden sich mutmaßliche Sichtungen, Vorschläge für neue Ermittlungsansätze und Hinweise auf mögliche Suchorte. Auch Menschen, die ihre damalige Wahrnehmung bisher nicht mitgeteilt hatten, meldeten sich.

Die Ermittler müssen diese Informationen nun bewerten. Ob sich daraus eine entscheidende Spur ergibt, ist derzeit nicht bekannt.

Wie ist der Fall Inga Gehricke heute einzuordnen?

Stand August 2026 bleibt der Fall ungeklärt. Inga Gehricke ist weiterhin nicht gefunden worden. Die Polizei untersucht weiterhin, was mit ihr geschehen sein könnte. Ein Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden.

Gleichzeitig gibt es nach Angaben der Ermittler keinen Beweis für ihren Tod. Das ist eine wichtige Unterscheidung: Der öffentlich bekannte Ermittlungsstand erlaubt keine seriöse Aussage darüber, ob Inga noch lebt oder was ihr widerfahren ist.

Die neuen Hinweise aus dem Sommer 2026 müssen erst geprüft werden. Deshalb wäre es unseriös, daraus bereits eine konkrete Theorie über ihr Schicksal abzuleiten.

Welche Fragen sind bis heute offen?

Mehr als elf Jahre nach dem Verschwinden stehen mehrere zentrale Fragen im Mittelpunkt:

  1. Wo befand sich Inga unmittelbar nach ihrer letzten bestätigten Sichtung?
  2. Hat jemand sie nach dem 2. Mai 2015 gesehen?
  3. Welche Personen und Fahrzeuge waren an diesem Tag in der Umgebung des Wilhelmshofs unterwegs?
  4. Gibt es Menschen, die damals etwas beobachteten, es aber bislang nicht gemeldet haben?
  5. Sind Kleidungsstücke oder andere Gegenstände, die mit Inga in Verbindung gebracht werden können, nach ihrem Verschwinden irgendwo aufgetaucht?
  6. Welche der inzwischen neu eingegangenen Hinweise könnten eine überprüfbare Spur darstellen?

Die Polizei richtet ihre Öffentlichkeitsfahndung unter anderem genau auf solche offenen Fragen aus.

Warum ist der Fall auch heute noch relevant?

Der Fall Inga Gehricke zeigt, wie schwierig die Aufklärung eines Vermisstenfalls sein kann, wenn unmittelbar nach dem Verschwinden keine eindeutige Spur gefunden wird.

Mit zunehmendem zeitlichem Abstand verändern sich Erinnerungen. Gleichzeitig können moderne kriminalistische Methoden, neu bewertete Unterlagen und öffentlich zugängliche Informationen neue Ansatzpunkte liefern.

Deshalb können auch scheinbar unbedeutende Beobachtungen relevant sein. Die Ermittler suchen ausdrücklich nach Menschen, die sich möglicherweise erst Jahre später an ein Detail erinnern oder eine damalige Wahrnehmung zunächst für unwichtig hielten.

Entscheidend bleibt dabei eine sachliche Betrachtung. Gerade bei einem Fall mit hoher medialer Aufmerksamkeit sollten unbestätigte Gerüchte, Internet-Spekulationen und bewiesene Tatsachen nicht miteinander vermischt werden.

Häufig gestellte Fragen zu Inga Gehricke

Wer ist Inga Gehricke?

Inga Gehricke ist ein deutsches Mädchen aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt, das am 2. Mai 2015 im Alter von fünf Jahren auf dem Wilhelmshof bei Stendal verschwand. Ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt.

Wie alt war Inga Gehricke, als sie verschwand?

Inga war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens fünf Jahre alt. Sie wurde am 18. August 2009 geboren.

Wann verschwand Inga Gehricke?

Sie verschwand am 2. Mai 2015. Nach den Angaben der Polizei wurde ihr Verschwinden am frühen Abend zwischen etwa 18:40 und 18:50 Uhr bemerkt.

Wurde Inga Gehricke gefunden?

Nein. Stand August 2026 ist Inga Gehricke weiterhin nicht gefunden worden. Die Ermittlungen dauern an.

Was ist mit Inga Gehricke passiert?

Das ist weiterhin ungeklärt. Die Polizei kann ein Verbrechen nicht ausschließen, hat aber öffentlich keine abschließende Erklärung für ihr Verschwinden vorgelegt.

Wird noch nach Inga Gehricke gesucht?

Ja. Seit 2023 bearbeitet eine Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Halle (Saale) den Fall erneut. 2026 wurde die bundesweite Öffentlichkeitsfahndung mit Unterstützung des BKA ausgeweitet.

Was geschah nach „Aktenzeichen XY … ungelöst“?

Nach der Ausstrahlung am 29. Juli 2026 gingen zahlreiche neue Hinweise bei der Polizei ein. Darunter waren mutmaßliche Sichtungen und Vorschläge für neue Ermittlungsansätze und Suchorte. Die Hinweise werden geprüft.

Gibt es eine Belohnung für Hinweise?

Ja. Insgesamt sind 50.000 Euro an Belohnung für entsprechende Hinweise ausgelobt. Die Polizei sucht weiterhin nach Informationen, die zur Auffindung von Inga oder zur Klärung ihres Aufenthaltsortes beitragen können.

Fazit

Inga Gehricke verschwand am 2. Mai 2015 als fünfjähriges Mädchen auf dem Wilhelmshof bei Stendal. Mehr als elf Jahre später ist weiterhin ungeklärt, was mit ihr geschah und wo sie sich befindet. Trotz umfangreicher Suchaktionen und jahrelanger Ermittlungen konnte bislang keine entscheidende Spur gefunden werden.

Der Fall ist jedoch nicht einfach als abgeschlossen zu betrachten. Seit 2023 wird er von einer Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Halle (Saale) als Cold Case neu bearbeitet. 2026 wurde die Fahndung mit Unterstützung des Bundeskriminalamts erneut ausgeweitet. Die Vorstellung bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ führte Ende Juli 2026 zu einer neuen Welle von Hinweisen.

Was diese neuen Hinweise letztlich ergeben, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Der Aufenthaltsort von Inga Gehricke ist weiterhin unbekannt, und die Ermittler hoffen nach wie vor auf die eine Information, die den Fall entscheidend voranbringen könnte.

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