Wer ist Jens Söring? Leben und Fall im Überblick
Wer ist Jens Söring? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die sich für einen der bekanntesten deutschen True-Crime-Fälle interessieren. Söring wurde international bekannt, nachdem er in den USA wegen der Morde an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom verurteilt worden war.
Der Fall reicht zurück bis ins Jahr 1985 und verbindet einen Doppelmord in Virginia, eine komplizierte Beziehung, widersprüchliche Aussagen, einen viel diskutierten Gerichtsprozess und jahrzehntelange juristische Auseinandersetzungen. 2019 endete Sörings Haft nach mehr als 33 Jahren mit seiner Entlassung auf Bewährung und seiner Überstellung nach Deutschland. Er wurde dabei nicht freigesprochen.
Bis heute wird der Fall kontrovers diskutiert. Söring selbst betont seine Unschuld, während andere Beteiligte, Ermittler und Dokumentationen seine Darstellung kritisch hinterfragen. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen gerichtlich festgestellten Fakten, späteren Behauptungen und offenen Streitfragen zu unterscheiden.
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Stationen seines Lebens und des Falls in verständlicher Form.
Key Takeaways
- Jens Söring wurde am 1. August 1966 in Bangkok geboren und besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.
- Als Student an der University of Virginia lernte er Elizabeth Haysom kennen.
- Haysoms Eltern Derek und Nancy Haysom wurden am 30. März 1985 in Virginia ermordet.
- Söring wurde 1990 wegen zweifachen Mordes zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.
- Nach mehr als 33 Jahren Haft wurde er 2019 auf Bewährung entlassen und nach Deutschland überstellt.
- Söring bestreitet bis heute, die Morde begangen zu haben; ein Freispruch erfolgte jedoch nicht.
Biografie von Jens Söring
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Jens Söring |
| Geburtsdatum | 1. August 1966 |
| Geburtsort | Bangkok, Thailand |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Beruf | Autor und Coach |
| Ausbildung | Lovett School; anschließend University of Virginia |
| Bekannt für | Den Haysom-Doppelmordfall und seine jahrzehntelange Haft |
| Haftzeit | Mehr als 33 Jahre |
| Freilassung | 2019 auf Bewährung |
| Aktuelle Tätigkeit | Öffentlich auftretender Autor und Resilienz-Coach |
Angaben zu einem seriös belegten aktuellen Vermögen sind nicht ausreichend verfügbar und werden deshalb nicht angegeben.
Wer ist Jens Söring?
Jens Söring ist ein deutscher Staatsbürger, der vor allem durch den sogenannten Haysom-Fall bekannt wurde. Er wurde 1966 in Bangkok als Sohn eines deutschen Diplomaten geboren und verbrachte einen Teil seiner Jugend in den USA. 1984 schloss er die Lovett School in Atlanta ab und begann anschließend ein Studium an der University of Virginia.
Dort lernte er Elizabeth Haysom kennen. Die beiden Studenten wurden ein Paar. Weniger als ein Jahr später wurden Haysoms Eltern Derek und Nancy Haysom in ihrem Haus im US-Bundesstaat Virginia ermordet.
Aus diesem Verbrechen entwickelte sich ein Fall, der über Jahrzehnte die amerikanische und später auch die deutsche Öffentlichkeit beschäftigte.
Was geschah im Haysom-Fall?
Am 30. März 1985 wurden Derek und Nancy Haysom in ihrem Haus in Bedford County, Virginia, getötet. Die Ermittlungen konzentrierten sich später unter anderem auf ihre Tochter Elizabeth Haysom und deren Freund Jens Söring.
Söring und Haysom verließen nach den Ereignissen die USA und hielten sich anschließend in Europa und Asien auf. Am 30. April 1986 wurden beide in London festgenommen.
Ein besonders wichtiger Punkt des Falles sind die Aussagen Sörings während der Ermittlungen. Nach Angaben verschiedener Darstellungen gestand er zunächst die Tat. Vor Gericht bestritt er anschließend, die Morde begangen zu haben.
Diese unterschiedlichen Aussagen wurden später zu einem zentralen Bestandteil der Diskussion über den Fall.
Die Beziehung zu Elizabeth Haysom
Elizabeth Haysom spielte eine entscheidende Rolle in der Geschichte. Sie war die Tochter der beiden Opfer und gleichzeitig Sörings damalige Freundin.
Haysom bekannte sich 1987 in den USA wegen ihrer Beteiligung an den Morden schuldig und wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Sörings Prozess folgte später.
Während der juristischen Auseinandersetzungen machten Söring und Haysom unterschiedliche Angaben darüber, wer welche Rolle bei den Morden gespielt hatte. Genau diese gegensätzlichen Darstellungen gehören zu den Gründen, warum der Fall bis heute kontrovers diskutiert wird.
Warum wurde Jens Söring verurteilt?
1990 wurde Jens Söring in Virginia wegen zweifachen Mordes verurteilt. Das Gericht verhängte zwei lebenslange Freiheitsstrafen.
Die juristische Bewertung des Falles beruhte nicht allein auf einer einzelnen Aussage. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Aspekte der Ermittlungen, Aussagen und forensischen Beweise diskutiert.
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Sörings spätere Behauptung, unschuldig zu sein, bedeutet nicht, dass er juristisch freigesprochen wurde. Seine Verurteilung wurde nicht durch einen Freispruch aufgehoben. 2019 wurde er vielmehr auf Bewährung entlassen und anschließend nach Deutschland überstellt.
Warum ist der Fall bis heute umstritten?
Die Kontroverse um Jens Söring hängt vor allem mit den unterschiedlichen Interpretationen der Beweislage zusammen.
Söring erklärt bis heute, er sei unschuldig und zu Unrecht verurteilt worden. Auf seiner eigenen Website beschreibt er sich als Opfer einer Fehlverurteilung.
Es gibt außerdem Unterstützer, die auf Widersprüche im Verfahren und auf Fragen zu den forensischen Beweisen hinweisen. Auch einzelne ehemalige Ermittler haben sich im Laufe der Jahre kritisch mit der ursprünglichen Verurteilung auseinandergesetzt.
Gleichzeitig gibt es erhebliche Kritik an Sörings Darstellung. Die ARD-Dokumentation „Mord. Macht. Medien – Der Fall Jens Söring“ untersucht unter anderem sein öffentliches Auftreten, sein Unterstützernetzwerk sowie die Argumente von Menschen, die seine Darstellung zurückweisen.
Deshalb sollte eine seriöse Darstellung des Falles nicht einfach behaupten, Söring sei nachweislich unschuldig oder nachweislich schuldig im Sinne einer neuen gerichtlichen Entscheidung. Maßgeblich bleibt, dass er verurteilt wurde, die Verurteilung nicht durch einen Freispruch ersetzt wurde und er selbst seine Unschuld weiterhin betont.
33 Jahre Haft in den USA
Jens Söring verbrachte mehr als drei Jahrzehnte in US-amerikanischer Haft. Seine lange Gefängniszeit wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner späteren öffentlichen Geschichte.
Während seiner Haft schrieb er Bücher und beschäftigte sich unter anderem mit Fragen der Justiz und des Gefängnissystems. Sein Fall erhielt außerdem über die Jahre Unterstützung von verschiedenen Personen außerhalb des Gefängnisses.
Söring stellte wiederholt Anträge auf Freilassung und setzte sich öffentlich für seine eigene Version des Falles ein.
Nach eigenen Angaben verbrachte er insgesamt 33 Jahre, sechs Monate und 25 Tage im Gefängnis.
Wann wurde Jens Söring freigelassen?
Im November 2019 wurde bekanntgegeben, dass Söring auf Bewährung freigelassen und nach Deutschland überstellt werden sollte. Er erhielt dabei keinen vollständigen Gnadenerlass oder gerichtlichen Freispruch.
Am 17. Dezember 2019 kam Söring in Deutschland an. Seine Ankunft am Frankfurter Flughafen wurde von zahlreichen Medien begleitet.
Damit endete zwar seine Haft in den USA, die Diskussion über seine Schuld oder Unschuld war jedoch keineswegs beendet.
Was macht Jens Söring heute?
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland baute Söring eine neue öffentliche und berufliche Tätigkeit auf.
Auf seiner eigenen Website präsentiert er sich heute als Executive Resilience Coach. Dabei beschäftigt er sich mit Themen wie Resilienz, Krisenbewältigung, beruflichen Herausforderungen und persönlicher Entwicklung.
Außerdem tritt er weiterhin öffentlich auf und spricht über seine Vergangenheit, seine Haftzeit und seine Sicht auf den Haysom-Fall. Deutsche Medien haben seine Aktivitäten nach der Rückkehr mehrfach aufgegriffen.
Jens Söring und die Medien
Der Fall ist längst über den ursprünglichen Gerichtsprozess hinausgewachsen. Bücher, Dokumentarfilme, Fernsehsendungen und Podcasts haben dazu beigetragen, dass Jens Söring zu einer bekannten Figur der deutschen True-Crime-Landschaft wurde.
Besonders bekannt wurde der Dokumentarfilm „Killing for Love“, der sich mit Sörings Geschichte und dem Haysom-Fall beschäftigt. Später folgten weitere Produktionen, darunter die Netflix-Serie „Till Murder Do Us Part: Soering vs. Haysom“ aus dem Jahr 2023.
Auch die ARD beziehungsweise der NDR beschäftigten sich ausführlich mit dem Fall. Die Dokumentation „Mord. Macht. Medien – Der Fall Jens Söring“ betrachtet dabei nicht nur das ursprüngliche Verbrechen, sondern auch die spätere Mediengeschichte rund um Söring.
Welche Fakten sind bei Jens Söring besonders wichtig?
Wer den Fall verstehen möchte, sollte einige Punkte voneinander trennen:
| Thema | Fakt |
|---|---|
| Geburt | 1. August 1966 in Bangkok |
| Studium | University of Virginia |
| Beziehung | Elizabeth Haysom |
| Verbrechen | Ermordung von Derek und Nancy Haysom 1985 |
| Festnahme | 1986 in London |
| Urteil | 1990 wegen zweifachen Mordes |
| Strafe | Zwei lebenslange Freiheitsstrafen |
| Haftdauer | Mehr als 33 Jahre |
| Freilassung | 2019 auf Bewährung |
| Rückkehr nach Deutschland | Dezember 2019 |
| Position Sörings | Er bestreitet die Morde begangen zu haben |
Diese Übersicht zeigt zugleich, warum der Fall nicht auf eine einfache Frage nach „schuldig oder unschuldig“ reduziert werden sollte. Die juristische Geschichte und die spätere öffentliche Debatte sind zwei miteinander verbundene, aber nicht identische Ebenen.
Warum interessiert der Fall Jens Söring noch immer?
Der Fall verbindet mehrere Themen, die auch Jahrzehnte später gesellschaftlich relevant bleiben: Strafjustiz, internationale Rechtshilfe, forensische Beweise, Medienberichterstattung und die Frage, wie öffentliche Narrative entstehen.
Hinzu kommt die außergewöhnlich lange Haftzeit. Als Söring 2019 nach Deutschland zurückkehrte, war der Fall bereits mehrfach Gegenstand von Büchern und Dokumentationen. Seine Rückkehr sorgte deshalb erneut für große mediale Aufmerksamkeit.
Für Leser ist vor allem wichtig, zwischen dokumentierten Ereignissen und späteren Interpretationen zu unterscheiden. Gerade bei bekannten True-Crime-Fällen können unterschiedliche Quellen dieselben Ereignisse sehr unterschiedlich bewerten.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Jens Söring?
Jens Söring ist ein deutscher Staatsbürger, der durch seine Verurteilung wegen der Morde an Derek und Nancy Haysom in Virginia bekannt wurde. Er wurde 1990 zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt und 2019 auf Bewährung entlassen.
Wann wurde Jens Söring geboren?
Jens Söring wurde am 1. August 1966 in Bangkok, Thailand, geboren.
Wie lange war Jens Söring im Gefängnis?
Söring verbrachte mehr als 33 Jahre in Haft. Nach eigenen Angaben waren es 33 Jahre, sechs Monate und 25 Tage.
Warum wurde Jens Söring verurteilt?
Er wurde 1990 in Virginia wegen des zweifachen Mordes an Derek und Nancy Haysom verurteilt. Das Urteil lautete auf zwei lebenslange Freiheitsstrafen.
Ist Jens Söring freigesprochen worden?
Nein. Söring wurde 2019 auf Bewährung freigelassen und nach Deutschland überstellt. Die Freilassung war kein gerichtlicher Freispruch.
Behauptet Jens Söring, unschuldig zu sein?
Ja. Söring weist die Verantwortung für die Morde zurück und bezeichnet sich öffentlich als unschuldig beziehungsweise als Opfer einer Fehlverurteilung.
Wer war Elizabeth Haysom?
Elizabeth Haysom war Sörings damalige Freundin und die Tochter der beiden Mordopfer. Sie wurde 1987 wegen ihrer Beteiligung an den Morden verurteilt und erhielt eine 90-jährige Haftstrafe.
Wo lebt Jens Söring heute?
Nach seiner Entlassung im Jahr 2019 kehrte Söring nach Deutschland zurück. Dort ist er weiterhin öffentlich aktiv und arbeitet unter anderem als Resilienz-Coach.
Fazit
Wer ist Jens Söring? Er ist ein deutscher Staatsbürger, dessen Leben durch einen der bekanntesten internationalen Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte geprägt wurde. Aus einem Studenten an der University of Virginia wurde ein zu lebenslanger Haft verurteilter Gefangener, der mehr als drei Jahrzehnte in US-amerikanischer Haft verbrachte.
2019 kam Söring auf Bewährung frei und wurde nach Deutschland überstellt. Einen Freispruch gab es nicht. Gleichzeitig hält er bis heute an seiner Darstellung fest, unschuldig verurteilt worden zu sein. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machen den Fall weiterhin kontrovers.
Wer sich mit Jens Söring beschäftigt, sollte deshalb besonders sorgfältig zwischen gerichtlich festgestellten Tatsachen, Aussagen der Beteiligten und späteren Interpretationen unterscheiden. Nur so lässt sich die Geschichte hinter dem Namen Jens Söring sachlich und ausgewogen verstehen.













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